Gebäude

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 Mühlgraben vor 1911          Die Grumbacher Mühle nach 1911                            Die Grumbacher Mühle 2005
 

Mühle zu Grumbach, kleine Mühlengeschichte.

Die Mühle zu Grumbach ist die erste Wassermühle
im Lauf der Wilden Sau und diente als Getreidemühle.

Wann die erste Mühle genau entstand lässt sich nicht mehr klären,
vermutlich existierte sie aber schon zu Beginn des 14. Jhd..

1466 ist die Grumbacher Mühle erstmalig in einem Steuerregister nachweisbar.

Das 1733 errichtete Mühlengebäude brennt am 8. Mai 1902 ab.
Im Sommer 1902 wird ein Neubau von Mühle mit Bäckerei ausgeführt,
das Kerngebäude der heutigen Mühle ist damit entstanden.

1906 erwirbt Gustav Max Sparmann die Mühle, damit beginnt eine fast
100jährige Familientradition und eine Phase des Aufbaus und der Weiterentwicklung.

Die Mühle nennt sich nun selbstbewußt Sparmannmühle,
unter diesem Namen ist sie auch heute noch vielen geläufig,
aus der Vergangenheit sind andere
besondere Mühlennamen nicht bekannt.

1911 entstand ein Anbau für Kohlen- und Maschinenräume im hinteren Teil des Grundstücks.

Da der Müller selbst zum Heere mußte (1.Weltkrieg),
stand seine Frau Frieda allein dem gesammten Anwesen vor und wußte
sich in alle behördlichen Maßnahmen, in alle Not an Arbeitskräften zu schicken
“ .

1920 wird der Mühle der charakteristische Fachwerkvorbau mit Kontor hinzu gefügt.

1923 zur Zeit der Hyperinflation folgt der große Anbau im vorderen Gebäudeteil:
ein verwegenes Unternehmen täglich, stündlich stiegen die Preise“,
so kosteten beispielsweise "1000 Stck. Mauerziegel, für die man vor dem
Weltkriege 18-22 Mark zu bezahlen hatte, 4 500 000 Mark
."
Die Kosten stiegen und stiegen unaufhaltsam weiter.
"Was kostete nun der gesamte Bau? Man lese folgende Zahl:
98 729 400 483 249 Mark
"

1954 stirbt Max Sparmann und die Söhne Arndt und Gerhard übernehmen Mühle und Bäckerei.


1980 stellt Gerhard Sparmann altersbedingt die Bäckerei ein.
Damit schließt in Grumbach die letzte von ehemals 4 Bäckereien.

1990 beendet Arndt Sparmann 70-jährig offiziell den Mühlenbetrieb.

Seit 2002 hat das Gebäude neue Besitzer gefunden, welche das Haus zum Wohn- und Atelierhaus
umnutzen und dort ihrer Tätigkeit, dem Entwurf und der Fertigung von Möbel und Produkt
sowie der Textilgestaltung nachgehen.

Die Mühle wird zu Schautagen wie dem Mühlentag geöffnet und kann nach vorheriger
Terminvereinbarung von Gruppen und Schulklassen besichtigt werden.

Die gesamte Mühltechnik sowie der Backofen sind noch erhalten.
Die technischen Einbauten sowie die Gebäudehülle unterliegen dem Denkmalschutz.

Bildmaterial zu Gebäude und Einbauten finden Sie in derBildergalerie.


Dieser Text wurde im Mai 2010 als Zusammenfassung der von Herrn Norbert Demarczyk
2009 vorgelegten Grumbacher Mühlenchronik erarbeitet.
Die kursiv gedruckten Zitate stammen von Arthur Kühne, Von den Mühlen des Saubachgebietes,
Unsere Heimat 1936, S.182